Strahlentherapie - Nebenwirkungen vermeiden, Beschwerden behandeln
Dr. Pamela Schaffer
(Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der LMU München-Großhadern)
Die Strahlentherapie ist ein wesentlicher, integraler Bestandteil des brusterhaltendenTherapie- Konzepts und trägt dazu bei, die Rate an lokalen Rückfällen des Tumors inder Brust zu reduzieren. In bestimmten Fällen, bei Risiko- Patientinnen, sollte sie auch nach Brustamputation durchgeführt werden.
Bei Patientinnen mit Metastasen, wie z.B. Knochen- oder Hirnmetastasen, kann die Strahlentherapie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern oder sogar zu vermeiden.
Wie bei jeder Behandlung oder Einnahme eines Medikaments können auch durch die Strahlentherapie Nebenwirkungen auftreten. Grundsätzlich ist die Strahlentherapie eine lokale Behandlung, die Nebenwirkungen entstehen im Zusammenhang mit der bestrahlten Körperregion; zum Beispiel entsteht bei der Brustbestrahlung kein Haarausfall oder Blasenreizung.Klassischerweise unterscheiden wir zwischen akuten Nebenwirkungen und chronischen Spätfolgen. Diese Unterteilung beruht auf dem zeitlichen, biologischen Ablauf derNebenwirkungen. Mit anderen Worten schnell reagierende Gewebe wie Haut undSchleimhaut können unter Strahlen-therapie Nebenwirkungen zeigen, haben aber den Vorteil eines guten Erholungspotenzials - siehe Hautrötung unter Strahlentherapie. Die langsam reagierenden Gewebe wie Lunge oder Herz zeigen in der Regel keine akutenReaktionen, sondern können nach Monaten oder Jahren die Zeichen einer Spätreaktionentwickeln. (Spätfolge gilt als Reaktion nach > 6 Monaten).
Da eine chronische Spätfolge in der Regel nur sehr schwer zu behandeln ist, ist esunsere Aufgabe, den Prozentsatz dieser Spätfolgen so gering wie möglich zu halten.Akute Nebenwirkungen können mit unterstützenden Maßnahmen wie gute Hautpflege behandelt werden. Zur Vermeidung von verbleibenden Problemen im Sinne von Spätfolgen muss eine gute und moderne Therapie durchgeführt werden.
Mit Hilfe von Computersystemen sind wir heute in der Lage, komplexe bildgebende Verfahren anzuwenden, wie z.B. eine Computer-tomographie, und den Menschen sozusagen von innen zu betrachten. Diese Bildgebung dient in der Strahlentherapie derErstellung eines auf den Patienten individuell zugeschnittenen Behandlungsplans. Wenn möglich sollte ein 3- dimensionaler Bestrahlungsplan (3-D Plan) erstellt werden.Unter diesen Voraussetzungen können wir sehr komplexe Dosisberechnungspläne erstellen, genauer planen und natürlich auch das gesunde Gewebe besser schonen, was zu weniger Nebenwirkungen führt.
Es sind unbedingt hohe Einzeldosen pro Bestrahlungssitzung zu vermeiden. Das bedeutet aber auch, dass die gesamte Behandlungszeit in der modernen Therapie etwa 6 Wochen dauert. Die Strahlentherapie ist eine schmerzfreie Behandlung, die gut verträglich ist. Bei einernach modernen Behandlungskonzepten angewandten Therapie sind in der Regel keine schwerwiegenden Nebenwirkungen oder auch Spätfolgen zu erwarten.







